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Route

Island Route 1 Blönduós – Hvammstangi / Mehr Meer, Berge und Pferde

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Enten, Hühner, Schafe, Pferde und eine Katze sind Samstagnacht meine Gastgeber gewesen. Habe hinter dem verlassenen Farmhouse von Hjaltabakki windgeschützt gezeltet – mit Blick auf den Fjord Húnafjörđur.
Neben dem Stall sprudelt Wasser aus einer Wasserleitung, die aus dem Boden ragt. Prima zum Geschirrspülen dachte ich und war verblüfft als ich meine Hände ins Wasser hielt, denn es  ist warm – 40 Grad Celsius! Ideale Badetemperatur.

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Einige Höfe dort haben das Glück, eine heiße Quelle auf dem Grund zu haben. Dies erklärte mir später die Bäuerin vom Hof Sveinsstađir rund 15 Kilometer weiter südlich. Sie selbst haben eine Kaltwasserquelle. Neugierig kam ich auf ihren Hof, da ich von der Straße aus sah, wie einige Leute eine große Herde Islandpferde (andere gibt’s hier eh nicht…) auf einer Koppel zusammentrieben. Während ich auf den Hof fuhr rannte die Herde gerade durch einen abgezäunten Gang in ein Fanggehege. Was ein magischer Moment, wenn rund 60 Pferde gemeinsam galoppierten.

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Eine Frau aus der Gruppe sagte mir, dass sie letzte Nacht auf der Farm Zwischenstopp gemacht hatten. Ihre Familie und Freunde machen eine Reise mit der Herde nach Blönduós und wieder zurück innerhalb einer Woche. Einfach so zum Spaß. Und ich dachte bisher, die Farmer veranstalten solche Pferdereisen bloß für Touristen…

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Einige Pferde haben auf dem Weg Hufeisen verloren, daher war der Hufschmied einbestellt, um sie neu zu beschlagen, bevor sie weiterziehen. Der junge Hofhund freute sich über abgeschnittene Hufstücke, auf denen lässt sich super rumkauen.

Danach fragte ich im Bauernhaus nach Wasser für meine Flasche für die Campingsuppe später. Prompt lud mich die Bäuerin kurzerhand ein, meine Suppe auf ihrem Herd zu kochen. Welch eine Gastfreundschaft… Sie sei bloß mal eine Stunde weg, die Kinder zum Kindergeburtstag bringen… Welch ein Vertrauen…

Ich löffelte mittlerweile meine Tütensuppe, da kam der Hausherr und machte sich sein Mittagessen warm. Er bot mir vom eigenen Lammfleisch an. Das Fleisch ist total zart und schmeckt köstlich. Schließlich verbringen die Lämmer den Sommer über auf den Bergen im saftigen Gras mit klarem Felswasser. China und Russland lassen sich zunehmend mit isländischem Lammfleisch beliefern. Es gilt als Spezialität.

Die Landstraße Nummer 1 verläuft durch ein Tal und mit wenig Steigungen. Die Autos haben genug Platz zum Ausweichen. Zwei Jungs am Wegesrand begrüßten mich freundlich. Insgesamt drei Radreisende kamen mir heute entgegen.

Zwischenstopp an der Raststätte Viđigerđi mit Kaffee, warmen Apfelkuchen, Eis und eine Schokominzpraline in der Schlagsahne. So schaffe ich die heutigen 56 Kilometer bis zur Seehundheimat Hvammstangi 😉

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